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Das DNN-Update - Das Bildungsticket kommt

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
​politisch ist Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig mit dem Bildungsticket ein Coup gelungen. Mit der Einführung am 1. August erfüllt er ein zentrales Wahlkampfversprechen seiner SPD. Gegen alle Widerstände und Bedenken – erst von den Landräten, später vom Koalitionspartner CDU – hat er das Ticket durchgeboxt. Schüler fahren künftig zum kleinen Preis mit Bus und Bahn. Doch tatsächlich ist das Ticket alles andere als ein Schnäppchen.
Der Freistaat und seine Kommunen leisten sich hier richtig was. Denn auf der Gegenseite müssen die horrenden Ausnahmeeinfälle der Verkehrsunternehmen finanziert werden. Bei den Dresdner Verkehrsbetrieben wird mit einer Lücke von mehr als zwölf Millionen Euro gerechnet. Um die gesamten Ausfälle im Land auszugleichen, reserviert allein der Freistaat jedes Jahr 50 Millionen Euro im Etat.
Viel Geld, das in der Sache gut angelegt ist. Das Bildungsticket ist ein Meilenstein. Es wird Familien mit Kindern nachhaltig entlasten und den implizierten Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten. Es ist somit in erster Linie eine sozial- und weniger eine verkehrspolitische Maßnahme – wenngleich natürlich auch die allgemeine Bereitschaft zum Fahren mit Bus und Bahn bei den Schülern geweckt wird. Schließlich gilt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Um die Verkehrswende in Dresden voranzutreiben, müssen aber noch andere Hebel gezogen werden. Die Attraktivität des Nahverkehrs ergibt sich vor allem aus dem Angebot: Moderne Züge und Busse, die öfter und bis spät abends fahren, kurze Reisezeiten, funktionierende Anschlüsse, Parkplätze an Bahnhöfen. Das kostet jedoch auch Geld.
Genau hier droht in Sachsen ausgerechnet das Bildungsticket zum Boomerang zu werden, wenn andere Projekte mangels politischer Gewichtung auf der Strecke bleiben. Für die neuen Triebwagen der Dresdner S-Bahn ist kein Geld da, neue Linien im S-Bahn-Netz stehen mangels finanzieller Zusagen unter Vorbehalt. Angesichts großer Einnahmeausfälle wird nun sogar bei den Dresdner Verkehrsbetrieben über Einsparungen diskutiert. Doch was nützt allein ein preiswertes Ticket, wenn indes bei Angeboten und Investitionen gespart wird?
Wer die Verkehrswende wirklich möchte, muss dafür die nötigen Prioritäten setzen und die Förderung des Nahverkehrs deutlich stärker finanziell untersetzen. Genau das ist bei der schwarz-rot-grünen Landesregierung so nicht zu erkennen. Natürlich gibt es Bus und Bahn nicht zum Schnäppchenpreis. Aber das gilt umso mehr für viele in den vergangenen drei Jahrzehnten mit viel Aufwand in heute abgehängten Regionen um Städte und Dörfer gezirkelte (oder noch geplante) Umgehungsstraßen auch.
Ihr
Sebastian Kositz
DNN-Redakteur
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